Ballonfahren in Nepal 2003
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Vor ca. 8 Jahren gab es einen Bericht im ORF über Ballonfahren in Nepal unter
der Leitung von Wolfgang Nairz. ( www.nairz.at )
Damals entstand in mir der Traum, da ich begeisterter Ballonfahrer aber auch
Bergsteiger bin, einmal möchte ich in
Nepal neben den Achttausendern des Himalaya Ballonfahren.
Bei Ballonveranstaltungen in Innsbruck, die Wolfgang Nairz organisierte,
hatten wir vor ca 3 Jahren die Idee, in Nepal Ballon zu fahren.
Im November 2003 war es endlich soweit.
5 Teams haben sich dazu gemeldet. 3 Teams aus Österreich, eines aus der
Schweiz und eines aus Frankreich.

Unser Team bestand aus: Irene Prokop meiner Lebensgefährtin
Hans Mittermayr Freund und Pilot aus Grundlsee und mir.
Nachdem ca. 3 Wochen vorher die Ballone mit dem Flieger von Innsbruck nach
Kathmandu transportiert wurden, war es am 9.November 2003 endlich so weit.
Wir flogen von München über Doha (Nächtigung) nach Kathmandu.
Dort wurden wir von Wolfgang und seiner Frau Etti mit Blumen begrüßt.
Auf der Fahrt vom Flugplatz in das Hotel Himalaya, wo wir untergebracht
waren, bekamen wir einen ersten Eindruck von Kathmandu.
Eine typisch asiatische Stadt: Laut, viel Verkehr, viel Schmutz aber doch
irgendwie schön und vor allem freundliche Menschen.

Am Abend führte uns Wolfgang das erste Mal in die Altstadt ins „Rum Doodle“,
ein Spitzenrestaurant in das die meisten Expeditionen einkehren. Wolfgang der
ein perfekter Fremdenführer ist, war über 50-mal in Nepal, er kennt das Land,
die Menschen und weiß natürlich wo es gutes Essen und Trinken gibt.
Am nächsten Tag kamen endlich die Ballone und wir lernten unsere Crew kennen.
Sie bestand aus einem LKW mit Fahrer, einem Sherpa und drei Helfern. Eine
fünf Mann Crew ist natürlich die ideale Voraussetzung beim Ballonfahren.

Nachdem die Ballone ausgepackt und mit Gas gefüllt waren, Wolfgang die
Absprache mit der Flugsicherung getroffen hatte, waren die Vorbereitungen für
die erste Fahrt vollendet. Nach einer unruhigen Nacht über die Vorfreude,
konnte ich es kaum erwarten, als es am nächsten Morgen um 6 Uhr früh, endlich
so weit war. Die erste Fahrt mit dem Ballon in Nepal.
Am Stadtrand von Kathmandu, auf einer „Wiese“ neben einer Müllhalde, im
Morgendunst, rüsteten wir, unter den kritischen Blicken von Polizei, Militär
und sonstigen Zuschauern, unsere Ballone das erste Mal auf.

Da die Sicht nicht besonders war, fuhren wir in geringer Höhe über die
Reisfelder, Ziegeleien und die Vororte von Kathmandu.
Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt setzten wir zur ersten Landung, auf einem
abgeernteten Reisfeld auf. Dann kam der erste Schreck.
Innerhalb von Minuten waren ca. 200 – 300 Einheimische um den Korb und jeder
von ihnen wollte schauen und mithelfen. Nur mit Mühe konnten wir das Chaos
ordnen und den Ballon wieder auf den LKW laden.
Wir machten noch 2 Fahrten im Gebiet Kathmandu, wobei eine über Bhaktapur,
eine Tempelstadt ging.

Der Ablauf der Tage in Kathmandu war immer gleich:
morgens 6:00 Uhr Ballonfahren, nachher Pause,
nachmittags Besichtigungen diverser Tempel und Stupas mit Wolfgang und Etti
als Fremdenführer
und abends gut Essen.
Das einzige was jetzt noch fehlte waren die Gipfel der Achttausender, da über
Kathmandu immer eine Dunstglocke hing.
Am 16.11.2003 ging es in Richtung Westen nach Pokhara, auf Anraten von
Wolfgang mit dem Flieger, statt mit Bus.
4 Tage später - nach der Fahrt von Pokhara nach Chitwan - wussten wir warum.
In Pokhara sahen wir endlich die weißen Gipfel der Achttausender.
Wir machten in Pokhara insgesamt 3 Fahrten.
Phokhara liegt in einen West - Ost Tal und man muss versuchen immer im
Talbereich zu bleiben, da es in den Nebentälern sehr wenig Lande- und
Zufahrtsmöglichkeiten gibt.

Einmal gab es einen Zwischenfall, als zwei Ballone - ich verrate nicht welche
- über eine Militärkaserne fuhren und danach verhaftet wurden.
Aber Dank der Intervention von Debu, dem Sherpachef war nach ca. 2 Stunden
wieder alles in Ordnung.
Am letzten Tag ließen wir uns um 4:30 Uhr auf einem Aussichtsberg nähe
Pokhara fahren, wanderten noch ca. 30 Minuten auf den Gipfel und erlebten
einen traumhaften Sonnenaufgang.
Nachher ging es mit dem Bus weiter in Richtung Süden in den Dschungel.
Die Fahrt ging über sehr schlechte, teilweise abgerutschte Strassen, mit sehr
viel LKW – Verkehr nach Chitwan, das sind ca. 95 Kilometer für die wir 7
Stunden brauchten.

In Chitwan machten wir unsere letzte Fahrt, mit einem herrlichen Ausblick auf
die weißen Gipfel des Himalayas.
Mit einem Elefantenritt in den Dschungel, einer Einbaumbootfahrt am Fluss, der
Besichtigung einer Elefantenfarm, eine Wanderung durch den Dschungel und
einen riesen Abschiedsfest mit Wasserbüffel am Grill und viel Khukuri
( einheimischer Rum) ging das Abenteuer "Ballonfahren in Nepal" allmählich zu
Ende.
Mit dem Flieger ging es wieder zurück nach Khatmandu, wo die Ballone für den
Rücktransport wieder verpackt wurden. Danach gab es noch ein großes Abendessen
im "Rum Doodle".
Am nächsten Morgen besuchten wir zum Abschied noch eine Stupa, und dankten
für einen wunderschönen, unfallfreien Urlaub in Nepal.
Abends ging es dann von Kathmandu über Doha nach München.
Von München mit dem Auto nach Grundlsee mit einem Zwischenhalt beim
Schnitzelwirt in Altausee.
Ein Schnitzel nach fast 4 Wochen, war der krönende Abschluss einer
traumhaften Reise.
Für mich ging ein Traum in Erfüllung und ich danke allen herzlich die
mitgeholfen haben, diesen zu ermöglichen.
Ein besonderer Dank geht an Wolfgang und Etti, Irene und Hans, denn ohne sie
wäre dieser Urlaub nicht möglich gewesen.
Karl Wamser